Nachdem 1971 das Bretton-Woods-Finanzsystem zusammenbricht und im gleichen Jahr die arabischen Ölförderländer den Ölpreis steigen lassen, steckt die Weltwirtschaft in einer großen Krise. Als Folge darauf treffen dann im Jahr 1975 zum ersten Mal die Staatschefs von Frankreich, Großbritannien, Deutschland, USA, Italien, und Japan zu einem informellen Gespräch in Rambouillet, Frankreich zusammen. Ab 1976 war auch Kanada dabei, Russland folgte als Kooperationspartner im Jahr 1999. In den ersten Jahren wurde ausschließlich das Finanzsystem besprochen, später weiteten sich die Themen aber immer mehr aus. So gibt es heute die verschiedensten "Task Forces", wie die Financial Action Task Force (Geldwäsche, Drogengeschäfte), die Rom-Lyon-Gruppe (Verbrechensbekämpfung, organsierte Kriminalität), die Nuclear Safety and Security Group (Atomreaktorsicherheit), sowie Expertengruppen für die Bereiche Schulden, Armut, Umweltschutz und andere.
Entscheidungen, welche bei diesen Gipfeln getroffen werden, finden stets unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Einzig durch sogenannte Communiqués werden grobe Informationen, wie besprochene Themen etc., im Anschluss an jeden G8-Gipfel veröffentlicht. Und das obwohl Entscheidungen und Beschlüsse der Gipfeltreffen globalen Einfluss besitzen, da sie durch WTO, Weltbank und IWF weltweit durchgestezt werden können.
Auch folgende Daten zeigen den globalen Einfluss der G8-Staaten. Sie tätigen fast 90% aller Waffenexporte, produzieren fast 50% des weltweiten CO2, besitzen 80% der Patente auf Medikamente und tragen rund 60% der weltweiten Militärausgaben. Sie erwirtschaften jährlich 65% des globalen Bruttonationaleinkommen, besitzen 48% der Stimmen im Internationalen Währungsfonds (IWF) und 47% der Stimmen in der Worldbank/Weltbank. Weiterhin sind sie die Hauptgläubiger im Trikont.
Die Proteste gegen die G8-Treffen
Nach 1990 gab es dann erste größere Proteste gegen die Weltwirtschaftsgipfel. Rund 50.000 Menschen beteiligten sich 1998 in Birmingham an den Protesten. In Okinawa (2000) waren es schon über 70.000 Menschen. Zum Gipfeltreffen 2001 in Genua nahmen dann über 250.000 Menschen an Demonstrationen und Gegenveranstaltungen teil. Leider kam es in Genua auch zu unglaublichen Gewaltexzessen der italienischen Polizei und anderen Sicherheitsbehörden. Hunderte Demonstrantinnen wurden (zum Teil lebensgefährlich) verletzt und der junge Demonstrant Carlo Giuliani wurde während einer Auseinandersetzung von einem Carabinieri erschossen. Verhaftete wurden in Polizeikasernen regelrecht gefoltert, was so auch z.B. von Amnesty International thematisiert und verurteilt wurde. Um zu verhindern, dass das fast militärische Niederschlagen von legitimen Protesten in der Öffentlichkeit und bei Medien thematisiert wird, finden die Gipfeltreffen mittlerweile nur noch unter größten Sicherheitsvorkehrungen, an sehr abgelegenen Orten statt. So im Jahr 2002 in Kananaskis, Kanada, wo es nur 3000 Protestierende geschafft haben, an den Veranstaltungsort (bzw. an die rote Zone) heranzukommen. Dort sahen sie sich dann 30.000 Polizisten und Soldaten gegenüber. Diese Sicherheitsvorkehrungen verschlingen auch unglaublich Summen. Allein die Kosten für die Gipfel 2000 (Okinawa), 2001 (Genua) und 2002 (Kananaskis) belaufen sich auf rund 1.225.000.000 $, also etwa 1.225 Mrd. US-Dollar.
Auch in diesem Jahr wurde wieder ein Ort gewählt, der sowohl den Bedürfnissen der Gipfelteilnehmer entspricht, andererseits aber auch gut gegen Proteste abgesichert werden kann. Dieser Ort nennt sich Gleneagles und ist eigentlich nur eine Hotelanlage im Tal, umgeben von den Ochil Hills. (...).
Quelle: www.attac.de


